Piano Nobile

Der Entwurf setzt mit einem starken Solitär einen klaren städtebaulichen Akzent. Der Verfasser legt das oberirdische Volumen nach Norden und schafft so einen gefassten Eingangsraum zwischen altem Foyer und neuem Konzerthaus. Nach Süden hin wahrt er den Abstand und sichert zugleich den Auftakt zu einer verbesserten Zugänglichkeit des Luitpoldhains von Nordwesten her. Für diesen guten Ansatz wird jedoch ein (zu) hoher Preis gezahlt: der Saal liegt im Obergeschoss, die Zugänglichkeit ist diffus, die Foyerbereiche sind zerteilt, die nötige Gesamthöhe wird – städtebaulich fragwürdig – im Übermaß zelebriert und beeinträchtigt letztlich das bestehende Ensemble. Die selbstbewusste Freistellung des Gebäudes schafft eine eindeutige Adresse im Gesamtkontext. Als interessanter Beitrag gewertet wird die Bildung eines Ost-West orientierten Foyers dass die Außenanlagen mit einschließt.

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Funktional sind das Vorder- und das Hinterhaus auf die Bauglieder verteilt, Teile des Hinterhauses sind im Untergeschoss im Süden dargestellt.  Anerkannt wird die Idee eines „Musikergeschosses“, ein Ansatz, der dem Entwurf eine gewisse Prägnanz gibt. Die Grundgeometrie des Saals ist angemessen, auch wenn die Saalbreite und die Bühnenbreite unterhalb des gewünschten Bereichs liegen. Das stetig ansteigende Parkett ist für gute Sichtbeziehungen günstig, für die Raumakustik wäre eine Stufung anzustreben. Die Sichtbeziehungen von den Parkettplätzen und dem Rang hinten sind gut, von den Seitenrängen und dem Bühnenrang aber eingeschränkt.

Das Konzept zum winterlichen Wärmeschutz ist sinnvoll, das Konzept zum sommerlichen Wärmeschutz anpassbar. Die zu erwartenden Baukosten liegen im mittleren Bereich – die Kubatur ist in Relation zur Nutzfläche groß, der bauliche Betrieb dürfte keine überdurchschnittlichen Probleme aufwerfen. Es sind wartungsarme und langlebige Fassadenkonstruktionen vorgesehen.

Aus dem Ergebnisprotokoll zur Anerkennung

 

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Ort Nürnberg
Bauherr Stadt Nürnberg
Wettbewerb 2018

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